Akustik Maschine



Diese Studie entwickelte sich aus der Suche nach - wie der Name schon sagt - einer Maschine des Klangs. Wir nennen unser Konzept Maschine, statt Gebäude, denn im Laufe ihrer Entwicklung, haben wir uns nicht von architektonischen, sondern von grundlegenden akustischen Prinzipien leiten lassen. Jede Art von Formalismus vermeidend sollen keine ästhetischen Gründe für unsere Wahl der Materialien und Struktur ausschlaggebend sein. Ganz im Sinne einer funktionalen Herangehensweise, konzentrieren sich unsere Bemühungen allein darauf die beste Akustik mit den geringsten Kosten zu erzielen.

Generell gilt für Maschinen, dass diese aus vorgefertigten Elementen bestehen, welche leicht zusammen- und wieder auseinander gesetzt werden können, was zu dem temporären und mobilen Charakter unseres Projekts passt. Diesem Konzept folgend, ist es möglich eine grosse Konzerthalle für ein Festival auf den Plätzen unserer Städte zu errichten, ohne dafür Millionen auszugeben oder mit einer langen Planungs- und Bauzeit rechnen zu müssen.


Die akustische Maschine besteht aus einer Doppelfassade: Eine leichte isolierende äussere Schicht und eine massive innere Schicht, um die gewünschten akustischen Eigenschaften zu erzielen. Diese beiden Häute werden durch eine Struktur aus Stahlträgern und -stützen gehalten, die zusätzlich zur Schaffung eines grossen Konzertraumes auch die Kommunikationsbereiche wie Treppen und Flure mit einbezieht. Die bemerkenswerte Form der Aussenhaut wurde Material sparend entwickelt, indem ein größerer Raum im Erdgeschoss und ein kleinerer auf Dachhöhe, wo nicht mehr Raum erforderlich ist, entworfen wird. Dach und Wände werden von aussen durch isolierte Stahlplatten abgedeckt. Die gewählte Form für den Konzertsaal ist, einem Schuhkarton ähnlich, ideal nicht nur der Einfachheit seiner Struktur, sondern auch seiner Klangeigenschaften wegen: Die akustische Umhüllung des Zuhörers, das Gefühl, von reinem Klang umgeben zu sein, der nachhallende Charakter des Raumes, eine Klangstärke, der durch die Seitenwände erzeugten Reflexionen, die sich den folgenden anschließen und sich über eine lang anhaltende Zeit vermehren. Klarheit durch die Stärke des ersten Tones mit den ersten Reflexionen. Wärme, durch die Stärke des Basses.

Die Grundlage für eine gute Akustik ist Stille, und das effizienteste Mittel diese Stille zu erzeugen ist durch Masse. Schwere Materialien helfen auch eine gute Reflexion des Tons zu erreichen - eine weitere wichtige akustische Eigenschaft. Um diese zu erreichen, verwenden wir vorgefertigte feste Betonplatten von 25 cm Dicke. Diese Platten kommen hier in drei verschiedenen Ausführungen: flach, konvex und etwas konkav. So vermeiden wir die Schaffung von parallelen Flächen, die akustisch nicht funktionieren und verteilen sie entlang der Oberflächen mit dem Zweck, eine gute Absorption und Reflexion von Schall zu erreichen. Der Beton hat eine raue Oberfläche, ein Höhlengefühl vermittelnd - auch eine poröse Oberfläche wirkt als absorbierendes Element. Zusammen mit Vorhängen und Möbeln, wird so das richtige Mass an Absorption erreicht.

Im Orchesterbereich sind reflektierende Materialien sehr wichtig und zu diesem Zweck wird hier ein Baldachin errichtet. Die Musiker können sich zum richtigen Zeitpunkt selbst hören und sind in der Lage den Ton präzise zu verbreiten. Ohne zusätzliche Kosten oder Vergrösserung der "Maschine", nur durch Neuordnung der Funktionen statten wir die Konzerthalle zusätzlich mit einer Echokammer aus, die verwendet wird, um die Lautstärke des Tons zu erhöhen. Die Treppe führt nach und nach in die Atmosphäre des Konzertsaals, wo die Rauheit der Materialien mit der Feinheit der Musik kontrastiert. Im Foyer, wo das Publikum noch ein Getränk geniessen können oder einfach nur warten, bis das Konzert beginnt, kann man in 15 Meter Höhe Maschinenhülle und Konstruktion in seiner imposanten Gesamtheit sehen.