Textilfabrik Beldona, Widnau





    Leistungen Erich Offermann
    in Büro Suter + Suter AG, Zürich

  • Entwurf Studienauftrag
  • Vorprojekt
  • Projekt
  • Ausführungsplanung
  • Detailbearbeitung und konstruktive Bauleitung



Bauherrschaft:
Beldona AG Zofingen
Ausführungstermin:
1985-1986
Gesamtbausumme: CHF 7,5 Mio
Gesamtfläche: 4450 m2
Generalplaner: Suter + Suter AG Zürich
HLKSE-Planer: Suter + Suter AG
Bauingenieur: Bänziger + Köppel AG, Widnau

Seit jeher fasziniert uns der unprätentiöse Ausdruck von Industriebauten. Die geballten Anforderungen an die Funktionalität, gepaart mit kostengünstigen Bauweisen, ergeben zusammen mit der Vision und dem ordnenden Willen des Architekten verblüffende, einprägsame und ausdrucksstarke Gebäude. Dieser Passion für Denksport-Aufgaben bei Entwurf und Realisierung von Industriegebäuden durften wir schon mehrfach nachgehen. Ganz zu Beginn für ein Textil-Fabrikationsgebäude im St. Galler Rheintal unweit von Heerbrugg. Die Gegend ist traditionell von der Textilindustrie geprägt. Nachdem die hochwertige Textilproduktion auch hier der Globalisierung zum Opfer fiel, zog nach einer Phase der kulturellen Zwischennutzung ein Unternehmen ein, welches optische, medizinische Präzisionsinstrumente herstellt. So bleibt diese spezifische Nutzung der örtlichen handwerklichen Traditionen verbunden.

Mit Hilfe von Standardprodukten wie z.B. Fassadensystemen, Verkleidungen etc. wird ein Gebäude erstellt, welches durch die funktionelle Ausformung (in diesem Fall durch die Bedingungen der Flexibilität der Produktionsabläufe und der Lichtführung) seine Identität und Unverwechselbarkeit gewinnt. Der detailliert ausgearbeiteten Zusammenfügung der einzelnen Elemente wurde ein entscheidender Wert beigemessen. Die Lösungen der Übergänge und Anschlüsse sollten materialgerecht, konstruktiv korrekt, elegant und formell sehr befriedigend sein. Der Bauherr begrüsste ausdrücklich die vom Architekten zusätzlich zu den Vorgaben von Rationalisierung, Arbeitsplatzqualität, Flexibilität und Erweiterbarkeit erzielten Qualitäten von Tageslicht, Leichtigkeit und Transparenz und Geschlossenheit der Form. Aus der funktionsbedingten Nord- und Südausrichtung des Gebäudes ergibt sich die originelle Gestalt eines rhombisch verformten, mit Sheds gekrönten Quaders. Ihre Neigungswinkel entsprechen denen des an den Kopfenden abgeschrägten geometrischen Körpers. Der Nähsaal wird durch eine Stahlfachwerkkonstruktion stützenlos überspannt.