James Turrell Skyspace Piz Uter, Zuoz



    Leistungen OAP
  • Erstellen von Projektzeichnungen gemäss der Skizzen und weiteren Angaben des Künstlers für die Baueingabe
  • Erstellen eines detaillierten Projektbeschriebes gemäss der Vorstellungen des Künstler
  • Erstellen detaillierter Projektzeichnungen.
  • Ausführungsplanung
  • Baustellenüberwachung / Qualitätssicherung
  • Koordination mit / Informationen an Künstler


Seit einigen Jahren hat OAP das Vergnügen mit James Turrell, einem der renommiertesten Lichtkünstler unserer Zeit, zusammen zu arbeiten. Die Wahrnehmung des Lichtes und ds Himmels sind immer wiederkehrende Themen in Turrells Werk, die er u.a. durch das Fliegen erfährt; seit seinem 16. Lebensjahr besitzt der Künstler eine Fluglizenz und arbeitet vor seinem Kunststudium als Flugkurier und Kartograph.

2005 wird OAP von der Walter A. Bechtler-Stiftung beauftragt, das Projekt eines «Skyspace» neben dem Hotel Castell, Zuoz im Oberengadin, mit James Turrell auszuarbeiten. Baubewilligungs- und Ausführungspläne sind in enger Absprache mit dem Künstler zu erstellen und die bautechnische Umsetzung zusammen mit den Unternehmern zu entwickeln.
In einer spannenden Zusammenarbeit entwickelt OAP mit dem Künstler die architektonische Implementierung seiner Vorstellungen mit den von ihm beabsichtigten Wirkungen. Während dieses Prozesses werden, zusammen mit den mit seinem Werk bestens vertrauten Licht- und Beleuchtungsspezialisten, laufend die bau- und lichttechnische Machbarkeit des Projektes abgeklärt. Obwohl die «Skyspaces» eine Reihe von ähnlichen Kunstwerken im Oeuvre des Künstlers darstellen, ist jedes ein Unikat - geprägt von seiner geometrischen Form und vor allem der individuellen geographischen Position.

Hier zeigt sich exemplarisch und direkt erfahrbar, wie wichtig eine der beabsichtigten Wirkung adäquate Ausführung und Detaillierung ist - physiologische Wahrnehmung und gebaute Realität treten dabei in einen grundlegenden Bezug zueinander. Die Ausführung muss auf die klimatischen Verhältnisse des Engadin von fast 2000m ü.M. ausgelegt sein und die vom Künstler beabsichtigte und verfolgte Wahrnehmung ermöglichen und portieren. Dies gelingt letztendlich nur durch eine durchdachte und hochpräzise bautechnische Ausführung, sowohl was die Geometrie, als auch die Materialisierung anbelangt. Der am Berghang unweit des Hotels Castel stehende Skyspace ist ein archaisch wirkender, mit Bruchstein-Mauerwerk verkleideter, zylindrischer Baukörper. Nur der zum Tal hin gerichtete Eingang sowie die zentrale grosse Deckenöffnung durchbrechen den sonst geschlossenen Bau. Die Orientierung des Eingangs wird von James Turrell anlässlich einer Begehung zum Gipfelplateau des Piz Uter hin festgelegt, dessen ausgeprägte Gipfelform durch den symmetrischen Eingang nachgezeichnet wird.


Künstler
James Turell, Flagstaff, Arizona
Architektur:
OAP Architektur & Projekte, Zürich
Bauherr:
Walter A. Bechtler-Stiftung, Zürich, Rudolf Bechtler
Ausführungstermin:
2005
Gesamtfläche:
68m2

In seiner ausgeführten geometrischen Grundform gehört dieses Werk zu den ¨Autonomous Structures¨ der Skyspaces Turrells. Diese sind eigenständige Körper von jeweils ähnlichem Grundprinzip, bestehend aus nur einem Raum mit einer Öffnung in der Decke, welche dem jeweiligen Grundriss des Baukörpers entspricht. Entlang der Wand läuft eine umlaufende Sitzbank, deren geneigte Position den Blick des Betrachters unwillkürlich nach oben zur Öffnung und in den Himmel lenkt. Die Deckenöffnungen sind so ausgebildet, dass das Auge weder Laibungen noch Materialstärken erfassen kann. Dadurch entsteht ein zweidimensionaler Effekt und der Himmel erscheint wie ein Gemälde. Mit einsetzendem Leuchten der zusätzlich eingebauten umlaufenden Beleuchtung in der Abenddämmerung erweitert sich dieses ¨Gemälde¨ über den ganzen Raum in sich immer wieder ändernden Farbkombinationen.

« Der Skyspace Piz Uter ist ein hochpoetischer Beitrag zum Thema Tageslicht. Die Installation zeigt die Essenz von Licht und Raum in unvergleichlicher Konsequenz. Die Frage, ob es sich hierbei um ein Werk der Kunst oder der Architektur handelt, ist für die Jury daher nicht relevant.» James Turrell erhält 2010 anlässlich des Velux Tageslicht-Award einen Anerkennungspreis.