Werkhof, Loveresse




Der offene Projektwettbewerb, ausgeschrieben durch das Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern (AGG), sucht Vorschläge für den Neubau eines Werkhofes, welcher für den Unterhalt des Kantonsstrassennetzes des Berner Juras dienen soll. Vorgegeben sind ein Tragwerk in Holzbauweise mit Systemtrennung und die Ausführung der beheizten Gebäude in Minergie-P-Eco. Weitere Prioritäten des Projektes stellen neben optimierten betrieblichen Abläufen die Bezugnahme auf die landschaftliche Situation dar. OAP entscheidet sich die neuen Gebäude mit ihren gewölbten und begrünten Dächern in die umgebende Juralandschaft einzubetten und die Fortführung der landschaftlichen Umgebung durch die Gebäude zu akzentuieren.
Die Baukörper werden in je einen beheizten und einen unbeheizten Gebäudeteil unterteilt, das kompakte Büro- und Werkstattgebäude am Kopf des Grundstückes zum Eingang hin situiert und die lediglich frostfrei zu haltenden Einstellhallen auf der gegenüberliegenden Seite gelegt. Diese verlaufen L-förmig entlang des südwestlichen Randes des Gründstücks und bilden einen zur Wetterseite hin geschützten Hof.

Der Gebäudekomplex ist in zwei Nutzungsebenen aufgeteilt. Auf der oberen Ebene befinden sich Administration, auf der unteren Werkstätten und Einstellhallen. Dank der Randbebauung der Einstellhallen und Lager wird auf der unteren Nutzungsebene eine optimale betriebliche Flexibilität geschaffen. Der grosse Innenhof gewährleistet die Manövrierfähigkeit auch der grösseren Nutzfahrzeuge und erschliesst übersichtlich und mit kurzen Arbeitswegen alle für den Werkhof wichtigen Gebäudeteile.
Das Hauptgebäude ermöglicht kurze fussläufige Wege und gute Kommunikation zwischen Werkstätten und Administration.

Die Gebäude sind definiert durch die expressive, dem Kraftfluss folgende gerundete Holzkonstruktion. Die gebogenen Brettschichtholz-Träger reihen sich im gleichen Abstand, je nach Gebäudenutzung in unterschiedlichen Höhen wellenartig aneinander und bilden sowohl das Dach als auch eine Seite der Fassade. In den Innenräumen ist die ausdrucksstarke Tragstruktur in allen Bereichen wahrnehmbar und erlaubt dadurch, dass die Innenstruktur jeweils nur in die Hallen eingestellt ist, grösstmögliche Flexibilität.

Architektur:
OAP Architektur & Projekte, Zürich
Tragkonstruktione, Holzbau:
Conzett Bronzini Gartmann AG, Chur
HLKKS:
Todt Gmür & Partner AG, Zürich
Bauphysik / Solartechnik:
Sustech AG
Bern 2014