Messeturm, Basel



Der Mangel an Hotels bewog die Messe Basel, in ihrer unmittelbaren Nähe den Messeturm zu entwickeln. Dabei waren zu jedem Zeitpunkt Absprachen mit der Regierung, dem Hoch- und Tiefbauamt sowie mit dem Amt für Denkmalpflege zu tätigen, da das Projekt in unmittelbarer Nähe der denkmalgeschützten Rundhof-Halle von Hans Hofmann liegt.

Mit 105m als damals höchstes Gebäude der Schweiz geplant, stellt der sehr schlanke und hohe Baukörper höchste Anforderungen an die Architektur, Gebäudestatik und Gebäudetechnik.


Leistungen OAP

  • Projektmanagement, Koordination der gesamten Planung und Ausführung innerhalb eines Generalplanermandats
  • Gesamtleitung
  • Baurechtliche Vorbereitungen und Spezialbauvorschriften
  • Vorprojekt, Baurojekt und Baugesuch
  • ausführliche Gesamtterminplanung und Logistikvorgaben
  • Koordination und Überwachung der Kostenplanung
  • Koordination der Fachingenieure
  • Ausführungsplanung
  • Koordination mit Entwickler, Investor, Bauherrschaft Hotelausbau, Behörden, Totalunternehmer und Nutzern
  • konstruktive Umsetzung der leuchtenden, transparenten Innenhofbegrenzungen (Lüster) und deren Bauleitung
  • Vorbereiten des Facilitymanagements Inbetriebsetzung

Developer: Messe Schweiz, Basel
Bauherr: Swiss Prime Site AG
Architekten: Arbeitsgemeinschaft Morger & Degelo AG, Marques AG
Projektmanagement: OAP Offermann Architektur & Projekte, Zürich
Bauingenieure: WGG Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel
Gesamtfläche ca. 32'000 m2
Planung: 1999-2001
Ausführung: August 2001 - März 2003
Gesamtbausumme ca. CHF 200 Mio.


Die Schlankheit erfordert bzgl. Erdbebensicherheit, Windbelastung und Gebrauchstauglichkeit speziell sorgfältige Abklärungen. Der scheinbar schwerelos auskragende Sockelbereich wird durch ein räumliches Fachwerk ermöglicht. Als Nutzungen beherbergt das Gebäude das Messezentrum der Messe Basel, ein 250 Zimmer-4-Sterne Hotel mit Konferenzsälen, Restaurant sowie unabhängig vermietete Bürogeschosse. Die zweigeschossige Eingangshalle dient als Ausgangspunkt für alle Funktionen des Gebäudes und ist gleichzeitig Bar, Lounge- und Rezeption.

Der Eröffnungstermin des Hotels war zwingend an die Eröffnung der Internationalen Uhren-und Schmuckmesse vertraglich gebunden. Dies bedingte eine sehr schnelle Planung und eine Realisierungszeit von nur 18 Monaten vom Abbruch bis zur Übergabe an die Bauherrschaft. Die 32 Turmgeschosse wurden im Wochentakt mittels einer Kletterschalung hochgezogen, eine gemischte Konstruktion von randständigem Stahlbau und Betonkern ergab eine sehr effiziente Tragstruktur und einen optimierten Materialeinsatz. Mit dem Stahlbau und den vorgefertigten Fassadenelementenergab sich ein hoher Grad an Vorfertigung. Die geschosshohen Fassadenelemente wurden ohne Gerüst versetzt. Die Baulogistik erforderte einen straffen und stündlich aufeinander abgestimmten, Ablaufplan, um die mit täglich mehr als 60 Ab-und Antransporten zu koordinieren, ohne den Tram- und Messebetrieb zu behindern. Neben den Arbeiten zum Messeturms leitete OAP ebenfalls die Planung und Realisierung der Umgestaltung des Messeplatzes. Da sich anstelle des heutigen Messeturmes eine für die Basler Verkehrsbetrieb wichtige Tramwendeschlaufe und Wartegeleise befand, mussten vorgängig neue Tramlinienführungen geplant und die netsprechenden Gleisanlagen dazu geschaffen werden. Für die grosse, neue Weichenanlage an einer verkehrsreichen Kreuzung wurde während der Nichtbetriebszeiten über Nacht an einem Wochenende die alten Geleise weggetrennt und die neue, kreuzförmige eingebaut, da nach Riehen der Tramverkehr stets aufrecht erhalten werden musste. Die gesamten Tiefbauarbeiten mit Werkleitungsumlegungen, Gleisbau, Belagsarbeiten und die Hochbauten mussten sorgfältig mit den laufend stattfindenden Messen und Kongressen abgestimmt werden, die jeweiligen Zugänge und Fluchtwege aus den Hallen stets gesichert.