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Synchrotron Lichtquelle Schweiz PSI




¨Wer von Villigen Richtung Norden fährt sieht es schon von Weitem. Fliegende Untertasse, Ufo, Frisbee oder Donut sind die Assoziationen die Besuchern beim Betrachten des kreisrunden Gebäudes mit Innenhof einfallen. Doch die SLS macht nicht nur architektonisch auf sich aufmerksam...¨


Die hügelartige, aus dem Boden aufsteigende Form, wird durch die massive Rillung unterbrochen, ja scheinbar in Platten unterteilt. So fluktuiert das Objekt zwischen verschiedenen Erscheinungstypen. Die flache hügelartige Erscheinung korreliert stark mit den umgebenden Gebirgszügen des Tafeljuras, die abgeflachte bunkerartige deren in A. Das bewusst enigmatische Äussere erschliesst nicht sogleich dem Betrachter den Verwendungszweck der Anlage. Die Form mit den verschatteten, tiefen Rillen, den versetzt angeordneten Fenstern, der Einsenkung im Boden. der Bedeckung mit beschifferter Dachpappe, alles trägt dazu bei, letzendlich keinen Aufschluss über den wahren Zweck dieser enigmatischen Kuppelkonstruktion mit aufgeschnittenem Rand, zu geben.


Bereits beim Entwurf des Gebäudes in der Phase Studienwettbewerb wurde sehr bewusst der schmale gestalterische Spielraum neben den betrieblichen Anforderungen ausgenutzt, umw dem Gebäude mit einfachsten Mitteln eine sehr einprägsame Gestalt zu geben. Die ringförmige Halle beherbert eine höchst komplexe, auf äussere Einflüsse sehr empfindlich reagierende wissenschaftliche Maschine. Mittels verschiedenen Kategorien von Röntgenlicht

Leistungen Erich Offermann
- Entwurf des Gebäudes inkl. der konstruktiven Details für den Studienauftrag. Im Dachbereich und im Bereich der äusseren Hülle wurden diese weitgehend vom Totalunternehmer Übernommen.

Erich Offermann für Phase Studienauftrag im Team Marchand & Partner AG für GWJ Architekten Bern


Durch die rigoros umgesetzte Planungsphilosophie, die sich an Maximen wie ¨design to function¨ und vor allem auch ¨design to cost¨ orientiert, wurde ein Gebäude geschaffen, welches sowohl die von der Bauherrschaft postulierten aspruchsvollen Ziele erreichte, als auch weit darüber hinaus eine hoch signifikante Architektur schuf, die mit einfachsten Mitteln ein Symbol für die gesamte Forschungsstätte darstellt. Um den anspruchsvollen Arbeitsbedingungen der Forschenden zu entsprechen, wurden höchste Ansprüche an die Gebäudetechnik gestellt. Eine der für die Qualität der Forschungsergebnisse wichtige Funktion ist die ganzjährige Stabilität des Innenklimas im Bereich der Forschungseinrichtungen, d.h bis auf eine Höhe von ca 2.50 m beträgt die Raumtemperatur 20 °C +- 1°C, im Abschirmungstunnel des Synchrotrons lediglich noch eine Toleranz von +- 0.1°C. Erreicht wurden diese spezifischen, funktionalen Anforderungen mit vergleichsweise einfachen Mitteln und kluger Anordnung der Anlagen. So sind z.B. die Lüftungsanlagen ausserhalb des Gebäudes angeordnet, um unabhängig vom inneren stabilen Klima Wartungsarbeiten durchführen zu können. Auch die riesigen Kühlanlagen sind ausserhalb und für Servicearbeiten frei zugänlich angeordnet Bei der als Composit-Konstruktion ausgeführten Struktur erfüllen die einzelnen Bauteile ihrem Material und dessen Eigenschaften optimalen Funktionen (Stahl-Holz-Beton).


Das Dach wird im Zentrum von einem aussteifenden Betonkern und am Rand von Stahlstützen getragen, an diesen Elementen ist auch die kreisförmige Kranbahn befestigt. Das Dach gilt als eine der grössten freitragenden Holzkonstruktionen der Welt


Bauherrschaft:
Paul Scherrer - Institut, Villigen, Schweizerisches Amt für Bundesbauten
Ausführung:
1998-1999 (Hülle) - 2001 Inbetriebnahme des Beschleunigers
Gesamtsumme:
CHF 30 Mio. Betriebseinrichtung (Beschleuniger etc.) CHF 131 Mio
Gesamtfläche:
140'000 m2
Gesamtvolumen
150'000 m3

(Auszug aus einer Publikation des PSI zum zehnjährigen Bestehen der SLS, 2011. Das Paul Scherrer Institut PSI mit seiner Beschleunigerhalle für die Synchrotron-Lichtquelle Schweiz ist das grösste Forschungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz